Das Innere Kind

Der Titel dieser Abhandlung heißt im eigentlichen Sinne "Die Innere Familie"; jedoch können Viele besser etwas mit dem Ausdruck "Das Innere Kind" anfangen. Warum das so ist, erkläre ich im Verlauf dieser Abhandlung.




die Innere Familie


Bestandsaufnahme

Man spricht heute viel über das "Innere Kind", meist in einem Status von Leid und Traurigkeit. Es ist ein Spiegel unserer heutigen sozialen Gesellschaft, voller verlorener "Kinder" auf Abwegen in Konsumrausch und Ablenkung, Sensationsgier und Adrenalin-Kick, um dieses Leid nicht mehr so arg spüren zu müssen. Gier, Süchte und krankmachende Verhalten sind Anzeichen, dass es dem "Inneren Kind" gar nicht gut geht. Das "Innere Kind" von heute agiert egozentrisch, zügellos, grenzenlos und maßlos. Es ist im Widerstand zu Empathie und Autorität. Schauen wir auf die Gesellschaft, finden wir all die genannten Verhalten als tragende Säulen des heutigen Erlebens; eine verängstigte Ellenbogen-Gesellschaft mit extremen Auswüchsen.

Alle fühlen sich groß, aber in Wirklichkeit sind sie elternlose Kinder. Jedoch jeder Einzelne kann etwas für sich tun. Es ist eine gute und heilende Idee, sich mit dem Inneren Kind in sich zu beschäftigen. Das ist ein persönlicher Weg zur Heilung.





Das Innere Familie

Wir haben neben unsere Ausdruck als Frau oder Ausdruck als Mann einer weitere seelische Funktion: die Innere Familie. Das ist das "Innere Kind", die "Innere Mutter" und der "Innere Vater". Welche Aspekte jede dieser Komponenten in uns vertritt, da schreibe ich hier im Verlauf noch ausführlicher.

Wenn das Sein sich als Mensch zum Ausdruck bringen möchte, so verwandelt es sich in die Komponenten "Weiblich" und "Männlich" und ebenso in die Version "Innerer Vater - Innere Mutter - Inneres Kind"; wobei die initiierende Idee "Vater" ist, der ausführende und manifestierende Teil die "Mutter" und der erlebende Anteil das "Innere Kind" ist. Gezeugt und geboren werden wir als dann als echtes Kind; aus der Mutter und unter Beteiligung des Vaters. Mit der Geburt sind "Vater" und "Mutter" in Form von echten Eltern vorhanden.

Wachsen; das heißt dann aus Kindesstufe herauswachsen; bedeutet eine fortwährende Integration der "Inneren Eltern". Wenn wir wirklich erwachsen sein wollen, ist es wichtig, dass wir uns selbst Vater und Mutter werden; das heißt, wir integrieren diese bis dahin ausgelagerten Anteile "Vater" und "Mutter". Durch diesem Integrationsprozess werden wir dann authentisch, eigenverantwortlich und selbstständig. Die echten Eltern werden "menschlicher". Wir müssen weniger Zuständigkeiten nach Außen abgeben. Wenn man aber nach "draußen" schaut, passiert genau das Gegenteil. Wir sind eine Gesellschaft, in welcher jeder möglichst viel Verantwortung in Bezug auf sich abgibt. Ja sogar bewusst und gewollt. Jeder wünscht sich, soviel wie möglich zu genießen und gleichzeitig so wenig wie möglich zu tun und gleichzeitig passiert aber genau das Gegenteil, nämlich dass der Wunsch nach Genuss in den Konsum und Komfort gelegt wird und gleichzeitig hat man eigentlich gar keine Zeit dazu. Es läuft da also gehörig was schief. Früher hat Religion stärker den Vater-Anteil präsentiert; Menschen in Religionen leben in strafferem Kodex.

Die erste Prägung von "Inneren Vater" und "Innere Mutter" erhalten wir durch unserer physischen Eltern. Sicher, sie werden ihr Bestes geben, was die Erziehung betrifft, was aber noch lang nicht heißt, dass sie in der Lage waren, ihre Rollen zu erfüllen. Alle Defizite sammeln sich dann in Bezug auf das Bild der "Inneren Eltern". Dieses Missverständnis in uns ist mit gewissen Prozessen er-lösbar. So können wir unser geprägtes Elternbild loslassen und uns authentische "Innere Eltern" schenken.



Das Innere Kind

Das Kind in uns, das ist das "ich will ..." und das "ich will nicht ..." in uns. Es ist aber auch unsere Unvoreingenommenheit, unsere Vorbehaltlosigkeit, unser Vertrauen, das lebendig Erlebende, das Spielende, das Freuende. Das ist sein Urzustand, so wie wir als Seele hinter allem sind. Wenn das Kind getragen ist von Mutter und Vater, kann es ganz das Beschriebene leben. Mutter und Vater sorgen dafür, dass alles "ok" ist. Steht das Elternbild "schief", dann wird das Kind aufmüpfig, leidig, ängstlich zornig, unachtsam, selbstsüchtig; es verliert all seine Unschuld seines ursprünglichen Seins. Seine innere Leere versucht es, durch Sensation im Außen zu füllen und nennt das dann "Freude" und wird Begierde danach verspüren. Das hat aber nichts mit der ursprünglichen "kindlichen" Kern-Freude zu tun. Dieses Kind ist vernachlässigt. Lässt man es dabei, wird es zügellos. Warum das dann alles so ist, ist ein Thema für sich. Der Inneres-Kind-Heilungs-Prozess ist sehr indiviuell, weil jeder Mensch seine eigene und persönliche Geschichte in sich trägt. Der Prozess im eigenen Eerngiesystem beginnt mit der Defragmentation der "echten Eltern" und vollzieht sich dann auf seinem Weg im Integrieren der "Inneren Eltern".



Die Innere Mutter

Die Mutter in uns ist die Gebende und Nährende, die Vertrauen-Spendende, die innerlich Schützende, die Empathische, Mitfühlende, die alles Ertragende; sie unterstützt die Entwicklung zu einem gesunden Emotionalkörper.

Wenn wir heute viele Mütter sehen; sie sind überfordert, ängstlich und kaum in der Lage, die genannten Attribute zu leben und an ihr Kind weiterzugeben. Sie haben das von ihrer Mutter und dieser wiederum von ihrer Mutter usw. Gerade deshalb ist es wichtig, den Archetyp "Mutter" erneut zu definieren und zu integrieren.



Der Innere Vater

Der Vater in uns ist der Fokus, die Disziplin, die Verantwortung, Autorität, Vernunft, äußerer Schutz, die Entscheidung, das Durchsetzungsvermögen und auch mal die Verweigerung.

Doch wie wir sehen; auch "Vater" versagt heutzutage. Er ist wenig anwesend, oder mit spielen beschäftigt. Wenn niemand sein volles Potential lebt, was soll schon Großartiges dabei herauskommen können.



Gesundes Zusammenwirken der Inneren Familie

Wir sind in unserem Ausdruck im harmonisch günstigsten Fall ein Drittel Kind, ein Drittel Mutter und ein Drittel Vater zu uns. Das ist unser Potential! All diese Aspekte arbeiten zusammen, miteinander, ineinander.

Dem vernachlässigten Kind fehlt also gewissermaßen Mutter und Vater; dass heißt, Viele von uns, die im vernachlässigten Inneren Kind verhaftet sind, haben ihr Potential um zwei Drittel reduziert und sind in die Verkleinerung und somit in die volle Identifikation des Inneren Kindes geraten. Wie ich weiter oben schrieb; das nicht-gehaltene Kind ist maßlos, grenzenlos, egoistisch usw. Wenn also die echten Eltern schon nicht ihr volles Potential leben, was soll das echte Kind da noch "mitnehmen"" können? Es nimmt alles mit. Den Frust, die Ohnmacht, die Angst, das Gefühl von Unfähigkeit usw. Die Eltern sind für ein Kind die ersten Menschen; egal in wie weit sie in der Lage sind, ihre Bestimmung als "Eltern" zu erfüllen.

Wie soll das Zusammenwirken nun "funktionstüchtig" gemacht werden? Es beginnt mit Selbstbeobachtung, indem wir selbst uns anschauen. Wir schauen auf das Drittel "Inneres Kind"; in welchem Zustand ist es? Welche Attribute hat es? Und wir schauen auch die "Inneren Eltern" an. Sind sie schon definiert? Oder hängen wir noch in unseren leiblichen Eltern fest?

Unser volles Potential heißt, unser Inneres Kind zu leben, mit einer Inneren Mutter, die es nährt und schützt und mit einem Inneren Vater, der immer wieder Richtung weist, Klarheit hineinbringt, fokussiert bleibt und dem Kind auch mal nicht nachgibt; denn das Kind wird immer wieder mal sagen "ich will ..." oder auch "ich will nicht ..." Gute Innere Eltern halten das Innere Kind liebevoll und wägen zum Wohle der "Inneren Familie" ab, was sie dem Kind erfüllen möchten und was nicht.



Bewusst zu leben und erleben bedeutet, voll und ganz Verantwortung für sich zu übernehmen.






Text von Christian Malzahn




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