Meditation

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Meditation wird immer wieder in Zusammenhang mit tranceähnlichen Zuständen gebracht, aber das muss nicht sein. Meditation muss nicht immer ein Zustand des Entrücktseins sein; nein, sie kann uns in das unmittelbare Hier und Jetzt führen, hellwach und klar. Aktive Meditation. Wir brauchen unseren Körper nicht zu verlassen, um dies zu erfahren. Es ist der Zustand der echten Wachheit. Durch diese echte Wachheit treten wir mit unserer Umgebung unmittelbar in Kommunikation und wir erfahren, was alles um uns herum uns zu sagen hat, denn unsere Welt ist eine lebendige Bibliothek.

    der meditive Augenblick

    Wir benötigen meditative Momente, um in uns zu kehren, uns zu balancieren, um Ruhe zu finden. Meditation macht unseren Blick klar und verhilft uns, unsere Aufmerksamkeit und Intuition zu stärken.






    Das Innere Wasser beruhigen


    unruhiges Wasser
    Wenn wir aufgewühlt sind und unsere Gedanken, Emotionen und Gefühle in Aufruhr sind, ist es schwer, Klarheit zu sehen. Diese Entspannungsübung ist hierfür sehr hilfreich. Der seelische Aufruhr ist gleich einer aufgewühlten Wasseroberfläche.

    Diese Übung besteht darin, dieses Wasser langsam zu beruhigen. Hierzu sucht man sich einen bequemen Ort, an dem man ungestört ist; das kann der Lieblingsplatz in der Wohnung sein, oder ein Platz in der Natur, oder was auch immer man für einen geeigneten Ort hält; es kann aber durchaus auch der Ort sein, an dem man sich gerade befindet, wenn man aufgeregt ist und sich spontan beruhigen muss.

    Dieses Innere Wasser kann sich jeder vorstellen, wie er es mag, es könnte z.B. ein See sein. Nun schaue Dir dieses Wasser an, wie wild und aufgewühlt es ist. Dann beginnst Du, das Wasser langsam zu beruhigen. Auch hierbei kannst Du Mittel Deiner Wahl anwenden; wie z.B. die Sonne oder den Mond darauf scheinen lassen, oder wenn Du meinst, dass in Deinem Bild das Wetter tobt, das Wetter darin beruhigen. Jedenfalls beruhigst Du Dein Inneres Wasser solange, bis es ruhig und spiegelglatt ist.


    Der Wasserspiegel hat einen besonderen Zauber; man kann in seiner Oberfläche alle Reflektionen erkennen; klar und deutlich. Die Gedanken und Emotionen müssen ruhig werden wie das Wasser … dann kann Klarheit kommen. Die Klarheit wird sich im Spiegel des Inneren Sees reflektieren und sie kann erst dann sichtbar werden, wenn das Wasser nicht mehr aufgewühlt ist und der Blick auf den Grund wird ebenso frei. ruhiges Wasser



    Die Meditation des Augenblicks



    Den Zustand der echten Wachheit bringt die "Meditation des Augenblicks". Hierbei geht es darum, dass man sich total wach in den Augenblick, in das Hier und Jetzt, vertieft.
    Wir Menschen sind oftmals nicht in diesem Hier und Jetzt. Unser Gedanken, Sorgen, Probleme tragen uns sehr weit weg. Wir verlieren die Aufmerksamkeit, werden fahrig, handeln nicht der Situation entsprechend und wundern uns dann, wenn etwas schief läuft. Die Meditation des Augenblicks verhilft uns, dem Hier und Jetzt wieder etwas gewahrer zu werden.



    Hier und Jetzt Für die Meditation des Augenblicks gibt es mannigfaltige Übungen, die alle jederzeit und ohne besondere Anstrengungen durchgeführt werden können. Sie führen nicht zu tranceähnlichen Zuständen; im Gegenteil, sie machen uns wach und aufmerksam. Das Leben spielt sich jetzt ab, und nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Unser Glück ist im Hier und Jetzt; greifbar; wir brauchen bloss zu zugreifen. Um diese Übungen effektiv durchführen zu können, bedarf es des momentanen Loslassens der Gedanken von Sorgen und Problemen; dafür aber das Fokusieren auf die jeweilige Meditiationsübung.



    Die Meditation des Spazierengehens

    Mache einen Spaziergang. Konzentriere Deine Aufmerksamkeit auf das Spazierengehen. Fühle Deine Fussohlen, wie sie vom Boden abrollen; fühle die Bewegungen Deines Körpers beim Gehen, fühle die Kraft, die Du brauchst, wenn Du steigst, fühle die Leichtigkeit des Herabsteigens, fühle die Anziehungskraft der Mutter Erde, wie sie Dich halt. Fühle Deinen Atem, fühle, wie es Dich atmet.


    Die Meditation des Betrachtens

    Suche Dir ein Objekt zum Betrachten aus. Schaue es an. Betrachte Dir seine Formen, seine Grösse, seine Machart, seine Farben.


    Die Meditation des Fühlens

    Suche Dir ein Objekt zum Fühlen aus. Schliesse Deine Augen. Berühre seine Form, seine Oberfläche fühle seine Temperatur. Stelle Dir vor, dieses Objekt zu sein. Fühle, wie es sich anfühlt, dieses Objekt zu sein.


    Die Meditation des Riechens und Schmeckens

    Hierzu eignet sich eine Mahlzeit hervorragend. Nimm ihren Duft war, lass jede Portion auf Deiner Zunge zergehen, nimm ihre Geschmacksnuancen wahr, fühle die Konsestenz.


    Die Meditation des Hörens

    Sperre Deine Ohren auf, konzentriere Dich auf das, was Du horst; höre auf Nahes, Entferntes, höre den Raumklang; laute, leise, hohe und tiefe Töne.




    Die Lebendige Meditation


    Die "Lebendige Meditation" ist eine Erweiterungsform der Augenblick-Meditation. Der Unterschied besteht darin, dass wir mit Lebendigem und Objekten, die uns umgeben, in unmittlebare Komunikation treten, statt nur im Betrachten und Fühlen zu bleiben. Die Natur präsentiert uns schier unerschöpliche Möglichkeiten dafür.
    Wenn wir draussen in der Natur sind, können wir mit allem, was sich da dort befindet, in Verbindung treten; denn alles ist belebt. Wir können zu den Pflanzen, Blumen, Bäumen, Wiesen, Käfern, Steinen etc. (man kann es beliebig fortsetzen) sprechen und ihnen damit zeigen, dass wir da sind. All das da draussen sind lebendige Formen von gespeichertem Wissen. Durch unser In-Verbindung-Setzen machen wir uns bereit, dieses Wissen zu empfangen, übersetzen und zu verstehen. Unser "Tun" aktiviert dieses unerkannte Potential; durch uns wird es erkannt, "ans Licht geholt".
    Lebendiges




    Wie Du wahrscheinlich schon bemerkt hast, sind der Auswahl der Meditation eigentlich keine Grenzen gesetzt. Du kannst ALLES zur Meditation machen, ob es das Autofahren ist, eine Tätigkeit, oder ein Waldspaziergang, oder, oder, oder.... Du kannst mit all Deinen sechs Sinnen meditieren; das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und Wissen. Beobachte dabei auch, welche Gefühle das Betrachten in Dir auslöst und welche Information dabei in Dich einfliessen.

    Du wirst merken, wenn Du die aktive Meditation immer wieder übst, dass Deine Sinne offener werden und Du viel mehr im Hier und Jetzt sein wirst; Du wirst klarer und wirst mit mehr Klarheit Deine Probleme und Sorgen lösen können und lebendige Erfahrung sammeln.



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    Text von Christian Malzahn




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    cover   Leben im Jetzt, Eckhart Tolle



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