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Meditation wird immer wieder in Zusammenhang mit tranceähnlichen Zuständen gebracht, aber dem ist nicht so. Meditation ist auch kein Zustand des Entrücktseins; nein, vielmehr führt sie uns in das unmittelbare Hier und Jetzt; hellwach und klar. Meditation in Form von Innen-Schau und auch die aktive Meditation im Moment-Erleben im Aussen; die Komplentation; worauf Übungen im Folgenden abzielen. Meditation ist ein Weg, uns mit unseren Quellen zu verbinden, dem Oben und dem Unten. Diese Verbindungen sind lebenswichtig in Bezug auf unsere Integrität und Ganzheitsgefühl, denn das Abgeschnittensein hat auf Dauer nur ein Resultat: Leid.
Meditation beginnt da, wo das Denken aufhört und das Bewusst-Sein beginnt. Wir brauchen unseren Körper nicht zu verlassen, um dies zu erfahren. Bewusst-Sein ist der Zustand der echten Wachheit. Durch diese echte Wachheit treten wir mit uns in uns, aber auch mit unserer Umgebung unmittelbar in Kommunikation und wir erfahren, was in uns geschieht und auch was alles um uns herum uns zu sagen hat, denn unsere sichtbare Welt und auch das Nichtsichtbare dahinter ist eine lebendige Quelle und Bibliothek.
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Zur Ausübung der meditativen Innen-Schau bedarf es nichts weiter als still sitzen und die Hingabe an die praktische Ausführung der Meditation. Anfangs ist es noch ungewohnt, aber mal gewöhnt sich schnell daran. Mit etwas Übung findet jeder seine persönliche Art und Weise, um in die Mediation zu kommen. Es ist erst einmal nicht wichtig, ob man sich der Tätigkeit den Meditierens morgens oder abends widmet; aber bald merkt man von selbst, dass die Morgenstunde, nach dem Aufstehen und nach einem Glas Wasser oder einer Tasse Tee, sich einfach besser eignet als der Abend. Im Gegensatz zum Abend, wo wir die ganzen Tageserlebnisse in uns tragen, ist der Morgen noch still und unberührt von der Unruhe des Geistes und man hat es viel einfacher, den meditativen Zustand zu erreichen. Wir sind morgens noch still und die Wirkung der morgentlichen Meditation trägt uns durch den ganzen Tag. Aber die Hauptsache ist, dass man einfach überhaupt erst einmal mit Meditation anfängt und alsbald wird sie ganz automatisch in das Alltagsleben integriert. Eine optimale Zeitspanne sind täglich 30 Minuten. Es gibt auch wunderschöne und effektive Atem-Übungen, Asanas und Kriyas aus der Kundalini-Yoga, die man als ganzheitliche, meditiative Sets praktizieren kann. Zur Unterstützung der inneschauenden Meditation können CD`s mit ruhiger, sphärischer Musik gut geeignet sein. Ich persönlich bevorzuge Stille; hin und wieder einfache Tampura-Klänge, oder aber auch die Medtiation in freier Natur.
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Wir benötigen meditative Momente, um in uns zu kehren, uns zu balancieren, um Ruhe zu finden. Meditation macht unseren Blick klar und verhilft uns, unsere Aufmerksamkeit und Intuition zu stärken.
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Das Innere Wasser beruhigen
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Wenn wir aufgewühlt sind und unsere Gedanken, Emotionen und Gefühle in Aufruhr sind, ist es schwer, Klarheit zu sehen. Diese Entspannungsübung ist hierfür sehr hilfreich. Der seelische Aufruhr ist gleich einer aufgewühlten Wasseroberfläche.
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Diese Entspannungsübung besteht darin, dieses Wasser langsam zu beruhigen. Hierzu sucht man sich einen bequemen Ort, an dem man ungestört ist; das kann der Lieblingsplatz in der Wohnung sein, oder ein Platz in der Natur, oder was auch immer man für einen geeigneten Ort hält; es kann aber durchaus auch der Ort sein, an dem man sich gerade befindet, wenn man aufgeregt ist und sich spontan beruhigen muss.
Dieses Innere Wasser kann sich jeder vorstellen, wie er es mag, es könnte z.B. ein See sein. Konzentriere Dich dabei auf das Dritte Auge. Nun schaue Dir dieses Wasser an, wie wild und aufgewühlt es ist. Dann beginnst Du, das Wasser langsam zu beruhigen. Auch hierbei kannst Du Mittel Deiner Wahl anwenden; wie z.B. die Sonne oder den Mond darauf scheinen lassen, oder wenn Du meinst, dass in Deinem Bild das Wetter tobt, das Wetter darin beruhigen. Jedenfalls beruhigst Du Dein Inneres Wasser solange, bis es ruhig und spiegelglatt ist.
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Der Wasserspiegel hat einen besonderen Zauber; man kann in seiner Oberfläche alle Reflektionen erkennen; klar und deutlich. Die Gedanken und Emotionen müssen ruhig werden wie das Wasser … dann kann Klarheit kommen. Die Klarheit wird sich im Spiegel des Inneren Sees reflektieren und sie kann erst dann sichtbar werden, wenn das Wasser nicht mehr aufgewühlt ist und der Blick auf den Grund wird ebenso frei.
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Die Meditation des Augenblicks
Den Zustand einer echten Wachheit bringt die komplentative Meditation; die"Meditation des Augenblicks". Hierbei geht es darum, dass man sich total wach in den Augenblick, in das Hier und Jetzt, vertieft.
Wir Menschen sind oftmals nicht in diesem Hier und Jetzt. Unser Sorgen, Probleme tragen uns sehr weit weg. Unser ständig plappernde Denkaparat, als auch unsere laute, künstliche oberflächliche Umwelt lenken uns ab. Wir verlieren die Aufmerksamkeit, werden fahrig, handeln nicht der Situation entsprechend und wundern uns dann, wenn etwas schief läuft. Die Meditation des Augenblicks verhilft uns, dem Hier und Jetzt wieder etwas gewahrer zu werden.
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Für die Meditation des Augenblicks gibt es mannigfaltige Übungen, die alle jederzeit und ohne besondere Anstrengungen durchgeführt werden können. Sie führen nicht zu tranceähnlichen Zuständen; im Gegenteil, sie machen uns wach und aufmerksam. Das Leben spielt sich jetzt ab, und nicht in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Unser Glück ist im Hier und Jetzt; greifbar; wir brauchen bloss zu zugreifen. Um diese Übungen effektiv durchführen zu können, bedarf es des momentanen Loslassens der Gedanken von Sorgen und Problemen; dafür aber das Fokusieren auf die jeweilige Meditiationsübung.
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Die Meditation des Spazierengehens
Mache einen Spaziergang. Konzentriere Deine Aufmerksamkeit auf das Spazierengehen. Fühle Deine Fussohlen, wie sie vom Boden abrollen; fühle die Bewegungen Deines Körpers beim Gehen, fühle die Kraft, die Du brauchst, wenn Du steigst, fühle die Leichtigkeit des Herabsteigens, fühle die Anziehungskraft der Mutter Erde, wie sie Dich halt. Fühle Deinen Atem, fühle, wie es Dich atmet.
Die Meditation des Betrachtens
Suche Dir ein Objekt zum Betrachten aus. Schaue es an. Betrachte Dir seine Formen, seine Grösse, seine Machart, seine Farben.
Die Meditation des Fühlens
Suche Dir ein Objekt zum Fühlen aus. Schliesse Deine Augen. Berühre seine Form, seine Oberfläche fühle seine Temperatur. Stelle Dir vor, dieses Objekt zu sein. Fühle, wie es sich anfühlt, dieses Objekt zu sein.
Die Meditation des Riechens und Schmeckens
Hierzu eignet sich eine Mahlzeit hervorragend. Nimm ihren Duft war, lass jede Portion auf Deiner Zunge zergehen, nimm ihre Geschmacksnuancen wahr, fühle die Konsestenz.
Die Meditation des Hörens
Sperre Deine Ohren auf, konzentriere Dich auf das, was Du horst; höre auf Nahes, Entferntes, höre den Raumklang; laute, leise, hohe und tiefe Töne.
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Die Lebendige Meditation
Die "Lebendige Meditation" ist eine Erweiterungsform der Augenblick-Meditation. Der Unterschied besteht darin, dass wir mit Lebendigem und Objekten, die uns umgeben, in unmittlebare Komunikation treten, statt nur im Betrachten und Fühlen zu bleiben. Die Natur präsentiert uns schier unerschöpliche Möglichkeiten dafür.
Wenn wir draussen in der Natur sind, können wir mit allem, was sich da dort befindet, in Verbindung treten; denn alles ist belebt. Wir können zu den Pflanzen, Blumen, Bäumen, Wiesen, Käfern, Steinen etc. (man kann es beliebig fortsetzen) sprechen und ihnen damit zeigen, dass wir da sind. All das da draussen sind lebendige Formen von gespeichertem Wissen. Durch unser In-Verbindung-Setzen machen wir uns bereit, dieses Wissen zu empfangen, übersetzen und zu verstehen. Unser "Tun" aktiviert dieses unerkannte Potential; durch uns wird es erkannt, "ans Licht geholt".
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Wie Du wahrscheinlich schon bemerkt hast, sind der Auswahl der Meditation eigentlich keine Grenzen gesetzt. Du kannst ALLES zur Meditation machen, ob es das Autofahren ist, eine Tätigkeit, oder ein Waldspaziergang, oder, oder, oder.... Du kannst mit all Deinen sechs Sinnen meditieren; das Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten und Wissen. Beobachte dabei auch, welche Gefühle das Betrachten in Dir auslöst und welche Information dabei in Dich einfliessen.
Du wirst merken, wenn Du Meditation kontinuierlich praktizierst, dass Deine Sinne offener werden und Du viel mehr im Hier und Jetzt sein wirst; Du wirst klarer und wirst mit mehr Klarheit Deine Probleme und Sorgen lösen können und lebendige Erfahrung sammeln. Du wirst Dich verbundener und integrierter fühlen. Bei genügender Praxis wird das Leben selbst zur Meditation.
Text von Christian Malzahn
Buchempfehlung zu diesem Thema:
Jetzt! Die Kraft der Gegenwart, Eckhart Tolle
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