Die Religionen der Welt sprechen von Frieden, Liebe, Freiheit; allerdings unter der Bedingung, dass man dem jeweiligen angebeteten Gott so dient, wie es ihrer Interpretation nach richtig ist. Man entgehe sämtlichen Segnungen, wenn man Gott nicht entsprechend diene. Jede Religion und und fast jede Glaubensausrichtung beansprucht für sich, die "wahre Religion" oder der "wahre Glaube" zu sein; dementsprechend werden abweichende Religionen und Ansichten als "unwahr" dargestellt.
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Glaubensvorstellungen erschaffen Verhaltensweisen; wir verhalten uns nach unserem Glauben. "Glaube" ist das, was wir für "Richtigkeit" halten. Trotz Jahrtausende alter Traditionen und Glaubensvorstellungen sind wir immer noch fern von Frieden, Liebe und Freiheit. Da stellt sich jedem Denkenden irgendwann die Frage, ob die praktizierten Glaubensmodelle und -vorstellungen diesem Ziel überhaupt dienen, da sie ja offentsichtlich in Bezug auf dieses Ziel nicht funktionieren. |
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Menschliche Kulturen schuffen "Religion", um ihre Mitglieder in Wissen und Verständnis um eine immerwährende, gegenwärtige Quelle der Klarheit in Zeiten von Verwirrung, eine Quelle der Stärke in Zeiten von Herausforderung, eine Quelle des Mitgefühls in schmerzlichen Zeiten und eine Quelle der Hilfe in Notzeiten zu stützen. Religion folgt dem instinktiven Verlangen des Menschen nach Ritualen, Bräuchen, Zermomien und Traditionen und unterstützt den Zusammenhalt der jeweiligen Kultur. Das Bedürfnis des Menschen nach Verbindung zu "Höherem", die Stärkung des Zusammengehörigkeitsgefühls, Sicherheit und das Gefühl des Aufgefangenseins, Daseins-Bestätigung; das alles wurde im Ausüben von Religion bestärkt, bestätigt und vereint.
Die Kehrseite der Medaille ist, dass Religion, so wie die Geschichte es uns zeigt, zur Ausübung von Macht, Geltungssucht, Elitärgefühl uvm. benutzt wurde. Die Religionen verweisen auf traditionelles und rituelles Einhalten bestimmter Gesetze, deren Grundlagen sie ihren heiligen Schriften entnehmen. Dogmen und Doktrine, obwohl von Menschen geschrieben, werden bewährterweise Gott zugeordnet, um diesen Dogmen und Doktrinen Unantastbarkeit zu verschaffen. Jede heilige Schrift wird (von Menschen) mit dem Dogma "Wort Gottes" versiegelt und für unfehlbar und unantastbar erklärt und wehe, einer wagt es, dies anzuzweifeln, dann... Aus den Ausführungen entsteht das Bild eines beurteilenden, trennenden, bedürftigen, rachsüchtigen Gottes, der eine bestimmte Gruppe von dienenden Menschen bevorzugt und andere ausschliesst und verdammt, die es nicht tun. Die Belohnung ist das "Paradies", der "Himmel" und die Strafe die "Hölle", das "Fegefeuer" oder die "ewige Vernichtung". So muss dieser Gott mit Demut und dem Einhalten bestimmter Gesetze und Rituale ständig besänftigt werden, sonst... Ein Rückblick: in archaisch strukturierten Gesellschaften waren Religion und Politik nicht voneinander getrennt. Die Menschen sahen in den Naturgewalten Götter, denen sie hilflos ausgeliefert waren und die ständig besänftigt werden mussten. Die Gottes- oder Götterbändiger waren die Priester, Schamanen, oder wie auch immer man sie nennen mag. Diejenigen, die in der Lage waren, die Götter zu besänftigen, hatte die grösste Machtposition inne. Diese Machtposition wurde Instrument einer religiös-politischen Elite die sich damit die restliche Bevölkerung untertan hielt und kontrollierte. Die machtpolitische Gleichschaltung gab der Bevölkerung wiederum eine elitäres Gefühl gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen. Dieses kollektiv-elitäre Gefühl wurde von den Inhabern der Machtposition mit Hilfe eines Angst-Lohn-Bestrafungs-Prinzips kontrolliert. "Macht" und "Kontrolle" steht in unmittelbaren Zusammenhang und denjenigen, welche die Machtposition innehaben, ist sehr daran gelegen, diese Position beizubehalten, zu erweitern und zu festigen. Dementsprechend wurde das Gottesbild unter Ausnutzung einer tiefsteckenden menschlichen Urangst zu dem geformt, was heute immer noch für "Gott" gehalten wird. |
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Diese Strukturen setzen sich in verschiedenen Formen bis in die heutige Zeit fort. Sie erschaffen eine Welt der Trennung, der Rachsucht, der Belohnung und Bestrafung, des Exklusiven und des Minderwertigen, der Be- und Verurteilung. Wenn man in die Welt schaut, ist es für jeden ersichtlich. Unter dem Deckmantel der Liebe wird Unliebe geschaffen, unter dem Deckmantel des Friedens Krieg und Trennung, aus der Botschaft der Freude wurde ein Ausdruck des Leids. Das Dogma, dass es nur einen einzigen richtige Weg gibt und alle andere Wege falsch sind, hat uns hier her gebracht.
Wir leben jetzt in einer Zeit, in der wir unsere kollektiven Glaubensvorstellungen einer eingehenden Überprüfung unterziehen; sie dementsprechend zu ändern, dass sie dem Frieden, der Liebe und der Freude dienen können, statt offenen Auges weiter an der Destruktion festzuhalten. Dafür müssen wir nicht einen bestimmten Weg gehen; vielmehr geht es darum, dass wir mit sämtlichen verfahrenen Vorstellungen über das, was Gott ist, reinen Tisch machen. Das Lohn-Bestrafungs-Prinzip hat solange wunderbar funktioniert, bis Menschen begonnen haben zu hinterfragen; und es funktioniert immer noch gut genug, um selbstständiges Denken zu unterdrücken. Es gibt nicht nur einen Weg, es gibt viele Wege. Jeder von uns geht einen dieser vielen Wege und es gibt keinen Weg, der "besser" oder "schlechter" ist. Wenn man wählt, an einen Gott zu glauben, der irgendwie etwas braucht, und dessen Gefühle so verletzt sind, wenn er es nicht bekommt, dass er Strafen austeilt, dann entscheidet man sich dazu, an einen Gott zu glauben, der sehr viel kleiner ist, als Gott es ist. "Gott" und "Bestrafung" passen nicht zusammen, denn Gott ist Liebe. Liebe erwartet nicht, sie ist nicht eigennützig, sie beansprucht nichts, vergibt alles, wertet nicht, sie drängt sich nicht auf; sie ist ohne Bedingung, ohne Erwartung, ohne Bedürfnis. Wenn Gott Bedingungen stellen würde, wäre Gott nicht Liebe, denn Liebe ist ohne Bedingung. Wenn Gott Gehorsam erwarten würde, wäre er bedürftig; dann wäre Gott nicht Liebe, denn Liebe erwartet nicht und beansprucht nicht. Gott richtet nicht, denn das würde heissen, dass er wertet, dann wäre Gott nicht Liebe, denn Liebe wertet nicht. |
Es gibt nichts, was Gott haben möchte oder braucht. Gott hat keine Bedürfnisse.
Alles-Das-Ist ist genau das: alles, das ist. Deshalb braucht es und mangelt es ihm schon der Definition nach an nichts. Gott fordert nichts, befiehlt nichts, verlangt nichts, zwingt zu nichts; weder weist Gott etwas an, noch erbittet er etwas, beharrt er auf etwas, erwartet er etwas. Gott ist der Urheber von Allem und Jedem. Er ist der Schöpfer und das Erschaffene. Es gibt nichts, was er nicht ist. Er ist das Alpha und das Omega, der Anfang und das Ende.
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Es geht nicht um die Abschaffung der Vielfalt, sondern um die Veränderung unserer Vorstellung über die Vielfalt. Nichts ist "besser" oder "schlechter", "richtig" oder "falsch"; vielmehr lautet die Frage, ob etwas in Bezug auf das gewünschte Ziel funktioniert oder nicht funktioniert. Die Frage nach "besser/schlechter" oder "richtig/falsch" ist ein Aspekt der Beurteilung, die Frage nach der Funktion ist ein Aspekt der Beobachtung. In Bezug auf die Funktionalität erweisen sich viele der geheiligsten Glaubensvorstellungen als Irrtum, denn sie sind dem Frieden, der Liebe und der Freiheit nicht dienlich, wenn sie genau das Gegenteil davon, nämlich Krieg, Hass, Unfreiheit und Ungleichheit, produzieren. Es geht auch nicht um Abschaffungen der Religionen oder des Gottes-Glaubens, sondern um die Veränderung oder das Loslassen von Glaubensvorstellungen, die auf dem Irrtum beruhen, das Gott und wir getrennt sind, das wir Menschen getrennt voneinander sind, dass es bessere und schlechtere Menschen gibt, dass es nur einen Weg zu Gott gibt, dass Gott nicht bedingungslose Liebe ist, dass er bedürftig ist, richtet, wertet, bestraft usw. Es geht um die Erhöhung und Erweiterung des Bewusstseins und der damit einhergehenden Erhöhung und Erweiterung der Glaubensvorstellungen. Es geht darum, zu verstehen, dass Erhöhung und Erweiterung ein fortlaufender Prozess der Veränderung ist; ein Prozess der ständigen Bewegung: das Leben. Jeglicher Stillstand steht dem entgegen. Es geht darum, Wege zu wirklicher Liebe, Freiheit und Freude zu finden. Es gibt nur Einen von Uns. |
Text zusammengestellt von Christian Malzahn
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Inhalte dieses Textes reflektieren sich aus dem GmG-Büchern von N.D.Walsch.
Meine Texte ist immer wieder Ziel von Kritik, Vorwürfen von Lieblosigkeit, Widersprüchlichkeit, Dogmatismus uvm. Ob der Brisanz dieses Themas ist dies nicht weiter verwunderlich. Diesbezüglich bieten meine Darlegungen eine breite Leinwand für Projektionen von Schatten, die in uns stecken, auch in mir. Ich möchte ausdrücklich dazu bemerken: was ich hier darstelle, ist meine Ansicht der Dinge. Meine Ansichten haben keinen Anspruch auf absolute Wahrheit; vielmehr sind sie ein Weg von vielen Wegen; eine von vielen Möglichkeiten zum Begreifen dessen, was ist. C.M. |
Buchempfehlung zu diesem Thema:
Neue Offenbarungen, Neale Donald Walsch
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