Umdenken

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Wir sehnen uns alle nach der "heilen Welt". Es ist ein tief sitzender Wunsch in uns; glücklich sein, ein schönes Leben, Frieden. Doch wenn wir in die Welt schauen, scheinen viele von uns weit weg davon zu sein. Das die Welt, so wie sie uns erscheint, mit unserem Bewusstsein und unserer Wahrnehmung zu tun hat, wird oftmals als esoterischer Schwachsinn abgetan und alle Register für schlechte Beispiele werden gezogen. Dabei wird aber unter den Tisch gekehrt, wie und warum es dazu kommt, dass den Menschen nur die üblen Dinge präsentiert werden, obwohl mindestens auch ebenso viele schöne Dinge passieren.




El Teide, Tenerife

Bewusstsein verändern

Bewusstseinsveränderung - viele denken da sofort an Drogen und andere stimulierende Mittel. Die Veränderung des Bewussteins, das Umdenken in Bezug auf das, was wir als Realität zu erfahren glauben, hat nichts mit dem Konsumieren von Drogen zu tun; im Gegenteil, es erfordert Klarheit. Vielmehr geht es um klare, nüchterne Betrachtung der Dinge, in welcher Art und Weise sie als Realität in Erscheinung treten und wie sie aufgrund dessen, wie sie funktionieren, verändert werden können.

Veränderung beginnt im Verändern von Denkweisen und den darausfolgenden Ansichten. Das heisst, wir müssen unsere Ansichten darauf hin überprüfen, ob sie in Bezug auf das, was wir von der Welt wünschen, wirklich förderlich sind. Unsere bisherigen Ansichten sind es offentsichtlich nicht.








Das Übel "da draussen"

Verändere Dein Bewusstsein und Du veränderst die Welt. Wir meinen immer, wenn wir uns auf das Übel in der Welt fokusieren, dass wir "da draussen" etwas verändern müssten. Der Ansatzpunkt ist schon richtig, aber die Veränderung im Aussen ist erst der letzte Schritt; nämlich die finale Exekution einer Idee oder des Gedankens der Veränderung. Wirkliche Veränderung kann nur von innen heraus stattfinden; aus dem eigenen Denken heraus. Der Versuch, die Veränderung an der Peripherie zu betreiben ist wesentlich aufwendiger. Vor allem sind wir versucht, andere, die in unseren Augen "Schlechtes" tun, als geringer und unwertiger anzusehen. Unsere Emotionen kochen, wenn wir Unrecht sehen und Einige von uns werden dermassen emotional, dass sie jemanden das Gleiche wünschen, was dieser jemand anderen tut. Mit solch einen Verhalten verändern wir sehr wenig oder sogar gar nichts. Man kann nicht Krieg mit Mitteln des Krieges beenden, Gewalt nicht mit Gewalt, Mord nicht mit töten; Quälen nicht mit Folter. Zu wissen ist: jeder hat in dem Moment, wenn er etwas tut, eine Rechtfertigung für das, was er tut; auch wenn die Rechtfertigung nur in jenem Moment gilt. Das Denken ist derart angelegt, dass es immer eine Rechtfertigung für jegliche Form von Handlung findet. "Der Zweck heiligt die Mittel"; dieser Leitsatz ist ein Unsegen und ein Freibrief in Bezug auf das Handeln. Jemand hatte einmal den Satz umgedreht zu "die Mittel heiligen den Zweck". Ich weiss leider nicht mehr, woher ich das habe; es stand in einem Buch. Wenn wir davon ausgehen, dass die Mittel den Zweck heiligen, dann verändern wir unser Handeln in Bezug auf das Ziel. Wir haben dann keine Rechtfertigung mehr, ein unlauteres Mittel zum Erreichen unseres Zieles einzusetzen, sondern wir setzen dann ein Mittel ein, welches das Ziel ehrt und bestätigt. Der Einsatz der Mittel verrät den wahren Hintergrund; die wahre Intention hinter dem angepriesenen Ziel.


Bestandsaufnahme

Zunächst wäre unsere Ansicht über unsere Welt und unsere Mitmenschen zu betrachten. Niemand ist im Grunde besser oder schlechter als der Andere. Jedoch ist unsere Gesellschaft geprägt von Angst, Egoismus, Depression und Getrenntheit. Wir leben alles andere als bewusst; im Gegenteil; uns wird eine Welt von Konsum, Gier, Zwang, Macht, Druck und Aggression vermittelt. Unseren Kindern bringen wir keine lebendigen Werte bei; wie z.B. der Umgang miteinander und mit der Natur. Wir wissen nicht mehr, wie wir unsere eigenen Nahrung im Land anbauen und sind abhängig von der Lebensmittelindustrie mit ihren vergifteten Produkten. Wir kaufen lieber schöne Äpfel aus Chile, während an den eigenen Apfelbäumen die Äste vor lauter Äpfel abbrechen. Uns werden alle menschlich-sozialen, liebevollen und natürlichen Verhaltensweisen abtrainiert, zugunsten des Egoismus, des eigenen Vorteils auf Kosten der Anderen. Sätze wie "ich denke, also bin ich" machen uns glauben, dass der Verstand die höchste Seins-Instanz in uns sei und wir setzen ihn lieblos zur Durchsetzung unserer eigenen Interessen durch. Um wie viel würde sich unsere Wahrnehmung verändern, wenn wir stattdessen sagen würden: "Ich bin, also denke ich". Auch der Spruch, dass das Stärkere sich auf Kosten des Schwächeren durchsetzt, richtet viel Übel an, denn es gibt in Wirklichkeit keine Unterschiedlichkeit; nichts ist besser oder schlechter oder mehr oder weniger wert. Um wie viel würde sich unsere Wahrnehmung verändern, wenn das vermeintlich im Moment Stärkere dem vermeintlich im Moment Schwächeren helfen würde.


Wiedereingliederung

In diesem veränderten Bewusstsein in Bezug auf das Wissen um das Wesen des Seins und der Dinge kann jeder so leben, wie er möchte und seinen Beitrag zum gemeinsamen Wachstum und Miteinander leisten. Im wirklichen Miteinander brauchen wir kein Chaos zu fürchten, denn das Stärkere wird das Schwächere nicht unterdrücken, sondern unterstützen. Wir werden die Natur nicht ausrauben, sondern dankbar nutzen, denn wir sind ein Teil von ihr und zusammen mit ihr können wir in ihr überleben. Ohne die Natur, in der wir leben, sind wir nichts. Wir sind am Zug. Es ist Zeit, dass wir uns wieder in den Verband der Mutter Erde und all ihren Lebwesen einfügen; wieder unserer Teilhaftigkeit darin bewusst werden.


Eine persönliche Frage

Es geht also nicht darum, die Symptome und Ergebnisse von Gier, Angst und Unterdrückung zu bekämpfen, sondern darum, das Bewusstsein zu verändern. Mit der Veränderung kann aber erst einmal nur jeder bei sich selbst beginnen und sich fragen: "wie gestalte ich mein Leben, dass ich anfange, mich selbst zu lieben, mir gut zu tun? Mit welchen Verhaltensweisen schädige ich mich selbst? Wie kann ich für mich gesünder leben? Wie kann ich aus meiner Gier herauskommen, aus meinen Konsumzwang? Von was bin ich abhängig? Wie kann ich mein Leben glücklicher gestalten? Wie kann ich das Miteinander lernen? Wie kann ich auf meine Mitmenschen, meine Umgebung und meine Umfeld in achten? Wie kann ich in meinen Beziehungen liebevoller und umgänglicher werden?"



Das Leben ist da, um das Leben zu erfahren. In welcher Art und Weise wir das tun, liegt an uns selbst.







Text von Christian Malzahn




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